Das Projekt "Golf-&Freizeitanlage Dachli"

Ein Blick zurück
Bereits vor über 30 Jahren war Golf in Obersaxen ein Thema. Weshalb es nicht zur Realisierung des Vorhabens gekommen ist, lässt sich heute nicht mehr im Detail in Erfahrung bringen. Immerhin führte die Idee eines Golfplatzes im Raum Dachli dazu, dass damals bei der Erstellung des touristischen Richtplanes für die Surselva die Option für den Bau einer Golfanlage Obersaxen offen gehalten wurde.

Nach dem Scheitern des Projektes "Flims-Rungga" setzten sich einige visionäre Köpfe erfolgreich dafür ein, dass dem Platz "Obersaxen-Valata" richtplanerisch erste Priorität eingeräumt wurde. Mit der Festsetzung des Projektes "Golf- & Freizeitanlage Dachli" im regionalen Richtplan wurde im Juli 2001 ein wichtiges Etappenziel erreicht.

Erste Priorität: Nachhaltigkeit
Die Region Flond-Surcuolm-Obersaxen gilt hauptsächlich im Winter als Geheimtipp in Sachen Ferien und ist vor allem dank dem Schneesport auch erfolgreich. In den Sommermonaten dagegen liegt ein grosser Teil der touristischen Infrastruktur, darunter eine erhebliche Zahl von Ferien- resp. Zweitwohnungen, vielfach brach und bleibt unbenutzt.

Golf in Verbindung mit einem umfassenden Freizeitangebot besitzt das Potenzial als Antrieb für die Ankurbelung des Sommertourismus. Das Ziel ist klar: Die Golf- & Freizeitanlage Dachli muss als attraktives Angebotspaket den Sommertourismus und damit die ganze Region nachhaltig aufwerten.

Projektvorgaben

  • Freizeitanlage und Public-Golfanlage für die ganze Familie, ohne unerschwingliche Mitgliedschaft

  • Richtwerte (freibleibend): Eintrittsgebühren je nach Kategorie von ca. CHF 5'000.- bis ca. CHF 9'000.-, Jahresbeiträge von ca. CHF 800.- bis ca. CHF 1'200.-)

  • Zentrale Anlage mit attraktiven Spiel-, Sport-, Erholungs- und Verpflegungsmöglichkeiten für Einheimische und Gäste

  • Sinnvolle Erweiterung des bestehenden Sommerangebotes zur gezielten Förderung und nachhaltigen Aufwertung des Sommertourismus in der Region

  • Umweltschonende Gestaltung/Planung, Realisation und Betrieb der Anlage, Verzicht auf grosse Terrainveränderungen zugunsten der Erhaltung des ursprünglichen Landschaftsbildes

  • Betriebskonzept, das eine zweckmässige, wirtschaftliche und gut funktionierende Betriebsführung gewährleistet

  • Integration von Landwirtschaft und Tourismus

Zeitplan
Eine Projektleitung mit René Chatelain (Bereich Golf) und Stephan Kaufmann (Bereich Freizeit und Gesamtprojekt) hat im Oktober 2001 ihre Arbeit mit der Zielsetzung aufgenommen, die weiteren Arbeiten bis zur Realisation zu begleiten. Ein in Zusammenarbeit mit den kantonalen Stellen erarbeiteter Projektablauf sah vor, dass noch im Jahre 2001 die verschiedenen Bewilligungsverfahren hätten eingeleitet werden können. Im Idealfall hätten die Bauarbeiten im Herbst 2002 beginnen können. Die Eröffnung war mit einem Termin im Laufe des Jahres 2003 geplant.

Idee Golfregion Surselva
Eine Initiative des Gemeindeverbandes Surselva zusammen mit den Initianten der Golfprojekte Schluein/Sagogn und Brigels hat die interne Terminplanung in Obersaxen aber ins Stocken gebracht. Der eben erst angepasste regionale Richtplan mit Obersaxen als Standort und Brigels als Ersatzstandort für eine Golfanlage sollte erneut geändert werden. Nebst der bestehenden Anlage in Sedrun und dem Projekt Obersaxen sollten nun auch Brigels und Schluein/Sagogn die richtplanerischen Voraussetzungen zur Realisierung eines Golfplatzprojektes erhalten.

Kritische Haltung in Obersaxen
Von allem Anfang an hat sich die Region Flond-Surcuolm-Obersaxen zusammen mit dem Förderverein Dachli kritisch zu einer solchen Idee gestellt. Trotzdem hat man sich im Interesse der regionalen Kooperation verhandlungsbereit gezeigt. Allerdings war und ist für Obersaxen klar, dass eine Golfregion Surselva (wenn überhaupt) nur dann reelle Zukunftschancen besitzt, wenn dem Konzept entsprechend umfassende Grundlagen als Basis für weitere Schritte geschaffen werden: Realistische Markeinschätzung, seriöse Konzeption und etappierte Realisierung gelten als die wichtigsten Forderungen. Auch der Kanton Graubünden machte seine Zustimmung zur Anpassung des regionalen Richtplanes von einem umfassenden Zusammenarbeitskonzept abhängig.

Anfang 2002 wurde eine Kommission gebildet, später wurde daraus der Golfrat der Golfregion Surselva. In diesem Gremium vertreten sind sämtliche vier Golfprojekte plus der Gemeindeverband Surselva. Es hat den Auftrag, die anstehenden Aufgaben gemeinsam zu lösen, respektive Wege dazu aufzuzeigen. Zu den Zielsetzungen zählt die Schaffung einer wirtschaftlich funktionierenden Golfregion mit gemeinsamer Vermarktung und Vernetzung der unterschiedlichen Anbieter zur Förderung des Sommertourismus und zur besseren Auslastung der vorhandenen touristischen Infrastrukturen. Ebenso soll die Realisierung der Golfanlagen koordiniert werden und Synergien bei deren Betrieb genutzt werden. Unter anderem wurden im Verlaufe des Jahres 2003 unter der Federführung von externen Fachleuten Studien zur Wirtschaftlichkeit und zu den Auswirkungen der geplanten Projekte auf Landwirtschaft und Umwelt erarbeitet. Die Ergebnisse aus diesen Studien bilden eine wichtige Grundlage zur weiteren Entwicklung und zur Vorgehensweise innerhalb der einzelnen Projekte.

Grundsätzlich sieht sich der Fördervereins Golf- & Freizeitanlage Obersaxen aufgrund der bisherigen Entwicklung in seiner Meinung gestärkt, dass der Erfolg einer Golfregion Surselva von einer echten Zusammenarbeit unter den einzelnen Projekten und den involvierten Organisationen, insbesondere der Landwirtschafts- und Umweltverbände abhängen wird. Die Erfahrung wird zeigen, inwieweit die einzelnen Projektträger dazu in der Lage sein werden.

Vorbereitungsarbeiten gehen weiter
In Obersaxen werden die Vorbereitungsarbeiten mit Nachdruck weiterverfolgt. Einer der wesentlichen Gründe dafür ist die Überzeugung, dass die Region von einem isolierten Golfangebot und sei es auch noch so umfassend (maximal 4 Plätze in der Surselva) nicht nachhaltig profitieren kann. Für Flond-Surcuolm-Obersaxen kann der dringend benötigte Aufschwung des Sommertourismus nur mit einem gesamtheitlichen Angebotspaket erreicht werden, das heisst, unter direktem Einbezug von Tourismus, Landwirtschaft, Gewerbe, Gästen, Einheimischen, Umweltorganisationen, politischen Behörden ect. Insofern unterscheidet sich das Projekt in Obersaxen auch wesentlich von den übrigen Vorhaben.

Der Zonenplan und damit Gestaltungs- und Erschliessungsplan in Obersaxen wurden bereits aufgrund der Bedürfnisse der Golf- und Freizeitanlage Dachli angepasst und dem Kanton zur Vorprüfung eingereicht. Parallel dazu wurde eine Lösung in der Frage der Landnutzungsverhältnisse mit den Eigentümern angepeilt. Aufgrund dieses Prozesses war unter anderem eine Projektkorrektur nötig. Dabei konnte durch gezielte planerische Massnahmen landwirtschaftlich wertvolles Land aus dem Projektperimeter entfernt werden. Ende 2003 wurde die Anpassungen im Zonenplan für die öffentliche Auflage in der Gemeinde bereinigt.